netcup Benchmark & Performance-Test Anleitung (YABS, Geekbench 6, fio & iperf3)
- Standard-Benchmark: Mit YABS (curl -sL yabs.sh | bash) testen Sie fio Disk-IOPS, iperf3 Bandbreite und Geekbench 6 CPU-Leistung in einem Durchlauf
- Root-Server G12.5 Referenz: Dedizierter AMD EPYC 9645 (Zen 5) liefert 1.950–2.150+ GB6 Single-Core-Punkte ohne Schwankungen und mit 0,0 % CPU Steal
- VPS G12.5 Referenz: Geteilte AMD EPYC vCores erreichen 1.700–1.950 GB6 Single-Core-Punkte mit hoher Burst-Leistung
- Entscheidendes Storage-Merkmal: Achten Sie auf die 4K Random Read/Write IOPS (RS NVMe: 80k–150k+; VPS SSD RAID10: 15k–35k) statt nur auf 1M-Sequenzwerte
- Netzwerk-Messung: Nutzen Sie iperf3 -P 8 für parallele Streams, um die volle 1 Gbit/s bzw. 2,5 Gbit/s Port-Kapazität zu verifizieren
Inhaltsverzeichnis10 Abschnitte
Sobald Ihr neuer netcup Root-Server (RS) oder VPS bereitgestellt wurde, sollten Sie vor der Einrichtung produktiver Container rund 15 Minuten in einen sauberen Basis-Benchmark investieren.
Ein strukturierter Leistungstest bestätigt nicht nur, dass CPU, RAM, Storage und Netzwerkkarte exakt den gebuchten Spezifikationen entsprechen, sondern liefert Ihnen auch eine objektive Referenzdatei (benchmark-baseline.txt), falls Sie Monate später Performance-Einbußen oder Host-Auslastungen (CPU Steal) diagnostizieren möchten.
Dieser Guide zeigt Ihnen die wichtigsten Open-Source-Benchmark-Tools und liefert verifizierte Referenzwerte der aktuellen netcup G12.5-Generation.
1. Der Standard für Linux-Benchmarks: YABS (Yet Another Bench Script)#
Statt veralteter Skripte nutzt die internationale Sysadmin- und Self-Hosting-Community heute YABS (Yet Another Bench Script) als De-facto-Standard.
YABS führt vollautomatisch drei präzise Einzeltests durch, ohne permanente Pakete im System zurückzulassen:
fio(Flexible I/O Tester): Misst reale Random-Read/Write-Durchsatzraten und IOPS bei Blockgrößen von4k,64k,512kund1m.iperf3Netzwerk-Test: Prüft den Upload- und Download-Durchsatz zu öffentlichen Gegenstellen in Europa, Nordamerika und Asien.- Geekbench 6: Plattformübergreifender Single-Core- und Multi-Core-CPU-Benchmark.
YABS per Einzeiler starten#
Verbinden Sie sich per SSH mit Ihrem Server und führen Sie folgenden Befehl aus:
# Kompletter Testdurchlauf (fio + iperf3 + Geekbench 6)
curl -sL yabs.sh | bash
Tipp für kleine Instanzen (
VPS pico/nano): Wenn Ihr Server nur 1 GB RAM besitzt oder Sie den mehrminütigen Geekbench-Teil überspringen möchten, hängen Sie das Flag-gan:
curl -sL yabs.sh | bash -s -- -g
2. CPU-Referenzwerte (Geekbench 6) & Prüfung auf CPU Steal (%st)#
In der aktuellen Hardware-Generation G12.5 setzt netcup bei den Root-Servern auf hochmoderne AMD EPYC 9645 Prozessoren (Zen-5-Architektur). Die x86-VPS-Linie läuft ebenfalls auf leistungsstarken AMD EPYC Hostsystemen, während die ARM-Tarife auf Ampere Altra (ARM64) basieren.
Reale Geekbench 6 Referenzwerte (v6.3+)#
| Produktlinie | Prozessor & Zuweisung | Single-Core Score | Multi-Core Score | Stabilität & Einsatzprofil |
|---|---|---|---|---|
| Root-Server (RS) G12.5 | AMD EPYC 9645 (Zen 5) 100 % dedizierte Kerne | 1.950 – 2.150+ | RS 1000 (4K): ~7.500 RS 2000 (8K): ~14.200 RS 4000 (12K): ~20.500 | Deterministische Dauerleistung. Unter 2 % Abweichung bei Mehrfachtests, 0.0 % CPU Steal – ideal für Datenbanken, CI/CD & Game-Server. |
| VPS G12.5 (x86 Standard) | AMD EPYC Plattform Shared vCores (Fair-Use) | 1.700 – 1.950 | VPS 1000 (4vC): ~6.200 VPS 2000 (8vC): ~11.000 | Starke Burst-Performance. Reaktionsschnell im Web- und Container-Betrieb; stundenlange 100-%-Volllast wird vom Host-Scheduler reguliert. |
| VPS pico / nano / micro | AMD EPYC Plattform Einsteiger-vCore-Slice | 1.400 – 1.750 | Skaliert linear nach Kernanzahl | Perfekt für Reverse-Proxys, Monitoring, DNS, Vaultwarden und kleinere Docker-Setups. |
| VPS ARM G12.5 | Ampere Altra (ARM64) Native aarch64-Kerne | 1.100 – 1.300 | Sehr gleichmäßige Multi-Core-Skalierung | Hohe Effizienz für native ARM64-Container, Go/Rust-Services und Build-Pipelines. |
Host-Gesundheit prüfen: Was verrät die CPU Steal Time (%st)?#
Starten Sie im Terminal top und prüfen Sie in der dritten Zeile (%Cpu(s)) den Wert vor st (Steal Time):
- Auf einem Root-Server (RS) muss
%stdauerhaft bei0.0 %liegen, da Ihnen physische CPU-Threads exklusiv zugewiesen sind. - Auf einem VPS liegt
%stim Normalbetrieb zwischen0.0 %und1.0 %. Sollte der Wert dauerhaft über10 %klettern, belastet ein anderer Kunde das Hostsystem übermäßig – sichern Sie Ihren YABS-Bericht und kontaktieren Sie den netcup Support.
3. Storage-Benchmark (fio): Warum 4K Random IOPS entscheidend sind#
Viele Hoster werben mit sequenziellen Transferraten von mehreren Gigabyte pro Sekunde (1m Blockgröße). Im echten Serveralltag – PostgreSQL/MariaDB-Transaktionen, Docker-Layer, Redis-Snapshots, Mailserver-Queues und PHP/Node.js-Dateizugriffe – bestehen jedoch über 95 % aller Schreib- und Lesevorgänge aus kleinen 4K-Zufallszugriffen (4k Blockgröße)!
So lesen Sie die fio-Ausgabe von YABS richtig#
Achten Sie in der fio-Tabelle vor allem auf die erste Zeile (4k):
-----------------------------------------------------------------------
Block Size Read IOPS Write IOPS
4k 112.5k (439.45 MB/s) 98.2k (383.59 MB/s) <-- Entscheidender Wert!
64k 32.1k (2.05 GB/s) 28.4k (1.78 GB/s)
512k 8.4k (4.31 GB/s) 7.9k (4.05 GB/s)
1m 4.6k (4.71 GB/s) 4.3k (4.41 GB/s)
| Storage-Klasse | Produktlinie | 4K Random Read IOPS | 4K Random Write IOPS | Bedeutung für den Produktivbetrieb |
|---|---|---|---|---|
| Enterprise NVMe | Alle Root-Server (RS G12.5) | 80.000 – 150.000+ | 60.000 – 120.000+ | Extrem niedrige I/O-Latenz für große SQL-Datenbanken, Elasticsearch, Mailcow und stark frequentierte APIs. |
| Enterprise SSD RAID10 | Alle VPS x86 G12.5 | 15.000 – 35.000 | 12.000 – 28.000 | Solide, ausfallsichere Performance für WordPress, Nextcloud, Shop-Systeme und typische Docker-Stacks. |
Hinweis: Mit Einführung der Generation G12.5 hat netcup den Storage der x86-VPS-Reihe auf Enterprise SSD RAID10 umgestellt, um trotz weltweit steigender NAND-Preise weiterhin extrem günstige Monatspreise zu halten, während die Root-Server (RS) durchgehend mit reinem High-IOPS-NVMe-Storage ausgestattet sind.
4. Netzwerk-Durchsatz richtig messen (iperf3 mit Multi-Stream)#
Wer einen Single-Thread-Speedtest zu einem weit entfernten Server (z. B. USA oder Asien mit 80–200 ms Ping) startet, erreicht wegen des TCP Bandwidth-Delay-Products (BDP) oft nur einen Teil der Port-Bandbreite.
So testen Sie die reale physische Port-Kapazität (1 Gbit/s bzw. 2,5 Gbit/s)#
- Nutzen Sie immer das Parameter-Flag
-P 8(8 parallele Streams):
# Upload-Durchsatz zum netcup Speedtest-Server mit 8 parallelen Streams prüfen
iperf3 -c speedtest.netcup.net -P 8
# Download-Durchsatz im Reverse-Modus (-R) prüfen
iperf3 -c speedtest.netcup.net -P 8 -R
- Erwartete Messwerte:
- Innerhalb Europas erreichen Sie mit 8 Streams zuverlässig
940+ Mbit/sauf einem VPS (1G-Port) bzw.2,35+ Gbit/sauf einem Root-Server (2,5G-Port). - Um auch bei einzelnen Verbindungen über große Distanzen maximale Geschwindigkeiten zu erzielen, aktivieren Sie anschließend TCP BBR und vergrößerte Socket-Buffer gemäß unserem Netzwerk- & BBR-Tuning-Leitfaden.
- Innerhalb Europas erreichen Sie mit 8 Streams zuverlässig
5. Ihren Basis-Benchmark als Referenz archivieren#
Speichern Sie das Ergebnis Ihres ersten YABS-Durchlaufs direkt auf dem Server ab:
curl -sL yabs.sh | bash | tee /root/benchmark-baseline.txt
Sollte sich Ihr System später jemals langsamer anfühlen, können Sie jederzeit einen neuen Testlauf mit /root/benchmark-baseline.txt abgleichen und sofort erkennen, ob sich IOPS, CPU-Leistung oder Netzwerkwerte verändert haben.